Anna sitzt im Klassenzimmer und kann nicht lernen. Nicht, weil sie „kein Mathe kann“, sondern weil ihr Inneres im Alarmzustand ist. Solche Kinder gibt es heute in fast jeder Schule. Sie tragen unsichtbare Lasten aus Gewalt, Vernachlässigung, Verlust oder dauerhafter Unsicherheit. Trauma blockiert das Gehirn – Lernen wird biologisch unmöglich. Wer im Überlebensmodus ist, kann nicht denken.
Studien zeigen: Traumatische Erfahrungen bei Kindern sind kein Randphänomen, sondern traurige Realität. Dennoch erhalten nur wenige die nötige Unterstützung. Genau hier beginnt die Verantwortung von Schule. Inklusion heißt mehr als Förderpläne. Sie bedeutet Beziehung vor Leistung, verlässliche Strukturen, kleine Inseln der Ruhe und ein echtes Gefühl von Sicherheit.
Traumasensible Schulen erkennen auffälliges Verhalten nicht als Störung, sondern als Schutzstrategie. Sie geben Halt – auch für Lehrkräfte, die selbst täglich mit Leid konfrontiert sind. Denn nur wer sich selbst schützt, kann anderen Sicherheit geben.
Inklusion braucht Herz, Haltung und Mut. Schulen können Orte sein, an denen Wunden nicht vertieft, sondern Heilung möglich wird.
Mehr Informationen gibt es beim Herausgeber der Zeitschrift "Die Schulleitung", dem Bayerischer Schulleitungsverband, https://bsv-bayern.info/ oder fachlich bei Dr. Rolf Kluge, info@drrolfkluge.com.

